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 Ökologie

Seit mehr als 30 Jahren wissen wir, dass wir so nicht weiterleben können. Dass wir die Natur, die Grundlage unseres Lebendigseins, Zug um Zug vernichten. Und wir beginnen zu ahnen, dass der Preis materiellen Wachstums auch für unsere seelische Gesundheit zu hoch ist.

Unser immer rastloseres Tun hat weitreichende Konsequenzen: Die Verwüstung unseres Lebensraums – ablesbar an Artenschwund und Klimawandel – wie auch die Verwüstung unserer Seelen – die uns als Burnout oder doch zumindest in Form des Gefühles droht, Tag für Tag einer milden Krankheit anheimgefallen zu sein, einer Sinnlosigkeit des eigenen Rotierens im Hamsterrad.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sterben nach wie vor rund 13 Millionen Menschen pro Jahr an den Folgen von Umweltverschmutzung, zerstörerischer Landwirtschaft oder gefährlichen Arbeitsbedingungen.

Obwohl die armen Länder laut WHO rund 20-mal mehr Lebensjahre pro Person verlieren wie Länder mit hohem Durchschnittseinkommen, sind auch die reichen Staaten keineswegs sicher: Bis zu einem Sechstel ihrer Krankheitslast geht auf Umwelteinflüsse zurück. In Deutschland, Großbritannien und Frankreich etwa liegt der Anteil bei 14 Prozent, in der Schweiz und in den USA bei 13 Prozent. 132.000 Deutsche, so schätzt die WHO, sterben jedes Jahr an vermeidbaren Umweltgefahren. Insbesondere die Zahl der Herz-Kreislauf-Erkrankungen und der Todesfälle im Straßenverkehr könnte durch entschlossene Maßnahmen stark gesenkt werden.

65.500 Arten von Tieren und Pflanzen stehen auf der Roten Liste, knapp ein Drittel davon gilt als akut vom Aussterben bedroht. Um die Artenvielfalt zu schützen, müssten jährlich etwa 330 Milliarden Euro bereitgestellt werden.

Mehr als 400 Tier- und Pflanzenarten sind neu in die Rote Liste bedrohter Spezies aufgenommen worden. Insgesamt stünden damit mehr als 20.000 Arten akut vor dem Aussterben, heißt es in einer Studie der Weltnaturschutzunion (IUCN)

http://www.artensterben.de/index.php

die ökologische Katastrophe

Der ökologische Fußabdruck

Der Mensch beutet die natürlichen Ressourcen der Erde gnadenlos aus. Immer mehr verdrängt er Tiere und Pflanzen und erobert ihre Lebensräume. Die Folgen sind Artensterben, Umweltkatastrophen, Überfischung Wasserknappheit und Extremwetter. Lebt die Menschheit weiter wie bisher, benötigen wir bis zum Jahr 2030 zwei Planeten, um unseren Bedarf an Nahrung, Wasser und Energie zu decken. Bis zum Jahr 2050 wären es knapp drei. Das sind die Erkenntnisse des „Living Planet Report 2012“, einer zweijährig erscheinenden Studie zum Gesundheitszustand der Welt, die der WWF Mitte Mai 2012 vorgelegt hat.

Der Living Planet Index dokumentiert den Rückgang der weltweiten Artenvielfalt um 30% seit 1970, in tropischen Regionen durchschnittlich sogar 60%. Besonders dramatisch ist der Verlust in den tropischen Flüssen und Seen – hier hat sich der Index um 70% verschlechtert. „Die Ursachen für den Artenverlust sind die Zerstörung der Lebensräume vieler Tiere und Pflanzen, die Umweltverschmutzung, der Klimawandel und auch invasive Arten, die durch den weltweiten Verkehr in neue Regionen gelangen und heimische Arten verdrängen“, erläutert Eberhard Brandes.

Der ökologische Fußabdruck wiederum hat sich global seit 1966 verdoppelt und wächst weiter. Er beträgt heute 18 Milliarden globale Hektar (Gha) oder 2,7 Gha pro Person. Die Kapazität des Planeten beträgt aber gerade mal 12 Milliarden Gha oder 1,8 Gha/Person. Damit verbraucht die Menschheit 1,5-mal so viel natürliche Ressourcen, wie sich jährlich erneuern. Das ist vor allem den hohen CO2-Emissionen geschuldet. Der Kohlenstoff Fußabdruck hat als Einzelkomponente einen Anteil von 55%. Dabei gilt: Je stärker entwickelt ein Land ist, desto höher ist sein Kohlenstoff-Fußabdruck.

„Das Wachstum wohlhabender Staaten findet auf Kosten der ärmsten Länder statt, die häufig am meisten natürliche Ressourcen beisteuern und selbst am wenigsten verbrauchen. Natur muss endlich einen Preis haben und die natürlichen Ressourcen im internationalen Finanzsystem berücksichtigt werden. Wenn wir jetzt nicht handeln, wird das 21. Jahrhundert zu einem Jahrhundert der Umweltkatastrophen“, sagt Eberhard Brandes.

Die zehn Länder mit dem größten ökologischen Fußabdruck pro Kopf sind Katar, Kuwait, die Vereinten Arabischen Emirate, Dänemark, die USA, Belgien, Australien, Kanada, die Niederlande und Irland. Deutschland liegt auf Platz 30. Ein US-Amerikaner verbraucht durchschnittlich vier Planeten, ein Deutscher etwa 2,5 und ein Indonesier nur 0,7. Anders ausgedrückt: Die wohlhabendsten Länder konsumieren im Schnitt dreimal so viel wie Länder mit mittlerem Wohlstandsniveau und fünfmal so viel wie Länder mit niedrigem Wohlstandsniveau.

Seit dem Jahr 2011 leben über sieben Milliarden Menschen auf der Erde. Das Weltbevölkerungswachstum wirkt sich auch auf den Wasserfußabdruck aus. Mindestens 2,7 Milliarden Menschen leben derzeit in der Nähe von Flüssen mit mindestens einem Monat Wasserknappheit im Jahr. In den letzten 20 Jahren ist der Anteil der bewässerten Flächen um 21% gestiegen. 92% unseres Brauchwassers gehen in die Landwirtschaft.

Auch auf dem Meer ist die Situation kritisch: Seit 1950 hat sich das durch Fischflotten befischte Gebiet weltweit verzehnfacht. Drei von vier Fischbeständen in den europäischen Meeren gelten als überfischt und das gefährdet auf Dauer die gesamte Lebensgemeinschaft der Meere, die zugleich immer saurer werden.

Heute schon leben wir so, als hätten wir 1,5 Planeten zur Verfügung.

Wirtschaften wir weiter wie bisher, wird der Druck auf die Erde immer größer. Steigende Bevölkerungszahlen, verstärkter Energiebedarf, eine Ernährungsweise, die auch in Schwellenländern zunehmend auf Fleisch, Milch und Milchprodukte setzt, wachsender Futtermitteleinsatz und steigende CO2- und Methangas-Emissionen sind einige der Annahmen, mit denen ein „Business as usual“-Szenario errechnet wurde. Ganze 2,9 Planeten würde die Menschheit bis zum Jahr 2050 in einem solchen Szenario benötigen, um ihre Bedürfnisse zu befriedigen.

Die Risiken für viele Länder und Völker sind immens. Sie werden ausgelöst durch zurückgehende Biodiversität, eingeschränkte Ökosystemleistungen und den fortschreitenden Klimawandel. Dazu zählen Nahrungs-, Wasser- und Energieknappheit, verstärkte Anfälligkeit für Naturkatastrophen, gesundheitliche Risiken, Völkerbewegungen und Auseinandersetzungen um Ressourcen. Diese Risiken tragen zu einem übergroßen Anteil die Ärmsten, obwohl sie im Verhältnis am wenigsten zum ökologischen Fußabdruck beitragen.

http://www.wwf.de/themen-projekte/biologische-vielfalt/reichtum-der-natur/der-living-planet-report/

http://www.wwf.de/fileadmin/fm-wwf/Publikationen-PDF/WWF_LPR_2012_Kurzfassung.pdf

Wenn wir die Natur genau betrachten,

sehen wir, dass sie absolut perfekt und von atemberaubender Schönheit ist. Wir aber glauben, mit unserem beschränkten Geist verbessern und korrigieren zu können, ohne zu verstehen, dass das Ursprüngliche unübertreffbar ist. In diesem Irrglauben vergiften wir die Erde, begradigen Flüsse, holzen uralte und kraftvolle Wälder ab und berauben die Erde ihrer Schätze. Die Folgen dieser Umweltsünden werden nun nach und nach immer sichtbarer, aber ein grosser Teil der Menschheit weigert sich nach wie vor, hinzusehen. Die Angst davor, etwas im eigenen Verhalten ändern zu müssen, scheint grösser zu sein als der Wille, unsere Umwelt und damit die Basis allen Lebens auf diesem Planeten auch für die zukünftigen Generationen zu erhalten. Wir haben vergessen, dass wir nur Gäste sind auf diesem Planeten und verhalten uns so, als ob wir die einzige Generation wären, die jemals hier gelebt hat oder jemals leben wird. Aber wir werden irgendwann von der Erde abtreten und unseren Kindern diese Welt hinterlassen. Wollen wir es wirklich soweit kommen lassen, dass unsere Kinder keine Chance mehr haben, unsere Fehler auszubügeln?